Auslandsstudium bzw. Auslandspraktikum in Deutschland


Während viele Deutsche das Land verlassen und im Ausland neue Herausforderungen suchen, ihre Fremdsprachenkenntnisse verbessern wollen, zieht es wiederum viele Ausländer nach Deutschland mit denselben oder ähnlichen Motivationen – eine fremde Sprache, eine fremde Kultur kennen zu lernen, indem man in den Alltag eintaucht. Viele ausländische Studierende entscheiden sich für ein Studium in Deutschland, was durch das neue Bachelor- und Mastersystem nun auch problemlos möglich ist.

Studiensystem in Deutschland

Während man bis jetzt an deutschen Universitäten Diplom- und Magisterstudien belegte, wurde nun als Konsequenz des Bologna-Prozesses auf Bachelor- und Masterstudien umgestellt. Die Änderung, die die Strukturen und Inhalte der Studiengänge betrifft, ist darauf ausgelegt die Mobilität innerhalb Europas zu erleichtern. Alle Hochschulen europäischer Staaten sollen einem einheitlichen Studien- sowie Benotungssystem anhängen. So ist für die Studierenden ein problemloser Wechsel zwischen den verschiedenen Ländern möglich – vor, nach sowie während ihres Studiums.

Studiengebühren in Deutschland

Nicht in allen deutschen Bundesländern fallen Studiengebühren an. Während man im Bundesland Baden-Württemberg verpflichtet ist 500 Euro pro Semester zu bezahlen, ist das Studium in Berlin noch kostenfrei. In Bayern wird die Höhe der Gebühren von den Hochschulen selbst festgesetzt. Dort liegen die Gebühren zwischen 100 und 500 Euro pro Semester.

Gibt es Unterstützung bei der Finanzierung?

Mit Hilfe des Bafög des Bundesausbildungsförderungsgesetzes soll Studierenden die Finanzierung ihres Studiums ermöglichlicht werden. Auch für ausländische Studierende ist es möglich Bafög zu beziehen, dazu müssen allerdings einige Bedingungen erfüllt sein. Nähere Informationen sowie Hilfestellungen erhalten die Studierenden über das Studentenwerk ihrer Hochschule. Dieses kümmert sich um die sozialen Belange der Studierenden, beantwortet Fragen zum Thema Bafög und hilft bei der Wohnungssuche. Eine zusätzliche Anlaufstelle für ausländische Studierende stellt der DAAD dar.

Einen Sonderfall was die Finanzierung eines Studiums im Ausland betrifft sind die Austauschprogramme Erasmus und Socrates. Studierende, die im Zuge dieses Austauschprogrammes eine Zeit im Ausland studieren und leben, erhalten eine finanzielle Unterstützung. Außerdem sind sie im Zuge des Erasmus bzw. Socrates Programmes von den Studiengebühren ausgenommen.

Arbeit finden

Ein längerer Aufenthalt im Ausland ist natürlich immer mit Kosten verbunden. Deshalb sehen sich viele Studierende verpflichtet neben dem Studium einen Teilzeitjob anzunehmen. Neben einer zusätzlichen Einnahmequelle bietet sich den Studierenden so die Gelegenheit Einblicke in den Arbeitsalltag ihres Gastlandes zu erlangen.

  • Jobpilot - eine Jobbörse, die auch etwa 30.000 Praktikumsplätze (darunter auch Auslandspraktika) anbietet.
  • Stepstone - ebenfalls eine Jobbörse. Der erste Eindruck ist gut.

Für diejenigen, die an einem Auslandpraktikum in Deutschland interessiert sind bieten sich neben obengenannten Portalen auch untenstehende Links für die Suche an.

  • Arbeitsagentur - neben dem Stellen Info Service SIS fürs Inland kümmert sich die ZAV für Praktika im Ausland. In diesem Zusammenhang werden auch zahlreiche Projekte angeboten.
  • Big Red Online - insbesondere für Wirtschaftswissenschaftler interessant.
  • Praktikantenbörse der Uni-Mannheim - eine der ersten und der etabliertesten Praktikantenbörsen im Internet. Neue Angebote kann man sich auch per Newsletter zuschicken lassen. (Für alle Fachbereiche)
  • Unicum - die bekannte Universitätszeitung bietetet auf ihrer Webseite Praktikantenbörsen fürs In- und Ausland an. Dazu gibts noch Chat, Free SMS und was sonst noch so dazu gehört.
  • Wirtschaftswoche - diese Praktikumsbörse zeichnet sich durch die ausgezeichnete Navigation aus. Auch Auslandspraktika sind vorhanden.

Was muss noch bedacht werden?

Als Faustregel für eine Zulassung zum Studium gilt: Wer berechtigt ist in seinem Heimatland zu studieren, der sollte auch in Deutschland bei der Studienzulassung keine Probleme haben.

Allerdings gibt es in Deutschland für einige Studien aber nur eine begrenzte Anzahl an Studienplätzen. Davon betroffen sind die Fächer Biologie, Medizin, Pharmazie, Psychologie und Zahnmedizin. In diesem Fall gibt es eine Regelung, die sich Nummerus Clausus nennt. Nur Studierende, die einen gewissen Notendurchschnitt vorweisen können, sind berechtigt das Studium zu beginnen.

Deutschkenntnisse sind Pflicht, wenn man in Deutschland studieren will. Studierende aus dem Ausland müssen im Rahmen einer „Deutschen Sprachprüfung für den Hochschulzugang“ (DSH) ihr Deutschkenntnisse nachweisen. Eine andere Möglichkeit ist die Absolvierung des TestDaF, eine Oberstufenprüfung des Goetheinstituts sowie das Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz Stufe II.

Eine Ausnahme bilden Studiengänge, die internationaler Natur sind und in Englisch oder Französisch unterrichtet werden.

Unterkunft

Um sich in einem fremden Land so richtig wohlfühlen zu können, braucht es eine gemütlich Unterkunft. Diese muss zunächst einmal gefunden werden. Für Studierende ist es nicht einfach sich bereits vor Ankunft für eine Wohnung oder ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zu bewerben. Einige suchen sich ein günstiges Hotel, in dem sie für die ersten paar Tage übernachten können. Dann sollte man sich aber schnell um eine Unterkunft kümmern, da es natürlich nur eine Übergangslösung sein kann in Hotels in Berlin, München, Augsburg oder Bremen abzusteigen. Auch bei der Wohnungssuche gibt es viele Anlaufstellen. Auf Portalen wie wg-gesucht ect. sollte man fündig werden. Direkt an den Universitäten kann man Wohnungsanzeigen finden bzw. selbst eine aufgeben, das berühmte „schwarze Brett“ gibt es in jedem Land. Und last but not least gäbe es ja auch noch die Möglichkeit der Studentenheime. Die größten Fortschritte sprachlich gesehen, machen die Studierenden bestimmt, wenn sie sich eine Wohnung mit deutschen Studierenden teilen. Dann sind sie tag täglich mit der Sprache umgeben. Außerdem sind die deutschen MitbewohnerInnen sicher bereit den ein oder anderen Tipp zu geben und das Einleben in der zwischenzeitlichen Wahlheimat sowie das Bestreiten des Alltags zu erleichtern.